Mittwoch, 18. Juli 2012

Wettlauf zwischen Stift und Tablett


Drei Fragen an… Katja Röhlig

Illustratorin Katja Röhlig
(Bildquelle: C. Schellenberger)
Stift und Papier – macht das heute noch einen Illustratoren glücklich? Wie in allen Bereichen des täglichen Lebens macht die Technik auch vor der bildenden Kunst keinen Halt. Die Illustratorin Katja Röhlig (31) steht Rede und Antwort zum Alltag ihres Metiers.

      1.      Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?

Das hängt immer vom Auftrag ab. Meistens läuft es in etwa so ab: Der Auftrag wird zunächst persönlich besprochen. Danach mache ich mich an die Arbeit und skizziere per Hand vor. Diese Scribbles scanne ich ein und schicke sie an den Auftraggeber. Per E-Mail, Telefon oder Skype werden Feinheiten und Verbesserungen geklärt, die ich anschließend am Grafiktablett einfüge. Nun stehen die Motive linear und müssen koloriert werden. Dies geschieht, je nach Motiv, entweder auch mit dem Grafiktablett und Grafikprogramm oder per Hand mit Aquarellfarben oder Buntstiften, wofür ich die Zeichnungen ausdrucke. Die nun farbigen Zeichnungen werden wieder an den Auftraggeber gemailt und besprochen. Änderungen nehme ich danach nur noch mit dem Grafiktablett und -programm vor. Oftmals läuft der Kontakt zum Arbeitgeber heute auch schon via Facebook.

2.      Was ist für Sie der größte Vorteil am crossmedialen Arbeiten?

Es ermöglicht mir einen flüssigeren Arbeitsprozess. Durch Scanner und Mailprogramme bekomme ich eine schnelle Rückmeldung zu meinen Entwürfen und kann am Grafiktablett Korrekturen ganz einfach vornehmen. Früher musste man die Dinge komplett neu zeichnen, wenn der Auftraggeber etwas anders haben wollte.

3.      Ein Blick in die Zukunft. Was denken Sie, wie wird der Job einer Illustratorin in zehn Jahren aussehen?

Oh - das ist keine leichte Frage. Ich könnte mir vorstellen, dass sowohl Erstgespräch als auch die Zwischenstände mit dem Auftraggeber per Videokonferenz an einem sehr großen Bildschirm geführt werden. Solche Ansätze sind meines Wissens schon in der Entwicklung. Allerdings glaube ich, dass ich die Erstskizzen auch in zehn Jahren noch auf Papier anfertigen werde. (lächelt) Das ist einfach ein anderes Gefühl!

Frau Röhlig, vielen Dank für das Gespräch!

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