Donnerstag, 19. Juli 2012

Der WERT im MEHRWERT

Drei Fragen an ... Georg Süß


Die Studenten des Studiengangs Crossmedia Publishing beschäftigen sich in ihren Seminaren intensiv mit den Möglichkeiten und Umsetzungen multimedial angereicherter Informationen. Doch trifft dieses Vorgehen tatsächlich den Kernwunsch der Rezipienten? Wir haben uns auf den Weg gemacht, das herauszufinden und trafen dabei auf Georg Süß. Der 29-jährige Psychotherapeut aus Mannheim ist ein sogenannter „digital native“ und auf der Suche nach dem „Wert“ in MEHRWERT.

Herr Süß, das Schlagwort „Multimediales Präsentieren“ ist derzeit in aller Munde, wird es uns erschlagen?

(lacht) Das kommt darauf an, von welchen Medien wir sprechen. Solange multimediale Mittel, wie Video- oder Audiobeiträge genutzt werden, um den Inhalt der eigentlichen Nachricht über eine andere Form der Wahrnehmung auf eine neue Qualitätsebene zu bringen, werden sie uns eher beflügeln als erschlagen. Hier können die verschiedenen Medien genutzt werden, um bestimmte Details einer guten Recherche auf eine andere Weise erfahrbar zu machen. Ich als Nutzer fühle mich dadurch bereichert und merke mir diese Details eher. Andere Ebenen, wie beispielsweise die dritte Dimension in den meisten Kinofilmen, sind definitiv eher erschlagend.

Nutzen Sie denn die Angebote bestimmter Informationsträger, wie beispielsweise des SPIEGEL, auch über die verschiedenen Medien hinweg?

Ja, ich lese sowohl den gedruckten Spiegel, als auch auf Spiegel Online. Allerdings sind das meiner Meinung nach zwei völlig verschiedene Produkte. Auf Spiegel Online bin ich im Grunde nur auf der Suche nach einem aktuellen Überblick. Da reichen Überschriften und Teaser, will ich dagegen eine echte Hintergrundinformation, oder auch etwas erfahren, von dem ich vorher nicht wusste, dass es das gibt, greife ich zu der gedruckten Ausgabe. Die Spiegel-App ist da dann noch etwas anderes, hier werden die Hintergrundinformationen mit den genannten multimedialen Beiträgen angereichert. Allerdings überzeugt mich das lange Lesen auf den Mobilgeräten noch nicht. Aber vielleicht besitze ich auch einfach nicht das richtige. (lacht)

Das heißt in Ihrem Leben werden die gedruckten Inhalte auch neben den digitalen Medien weiterhin eine Rolle spielen?

Ich weiß zwar auch noch nicht, wohin die Reise geht, aber ich denke, ja, so wird es sein.
Eine Tageszeitung oder Zeitschrift hat ihren ganz eigenen Wert. Sie ist nicht so schnelllebig wie die Informationen und Nachrichten, die im Internet kurz auftreten und wieder verschwinden. Ich denke, hier regiert aber auch Angebot und Nachfrage. Die beiden Medien stillen durchaus unterschiedliche Bedürfnisse.
Andererseits bietet gerade die Kombination aus den verschiedenen Medien den Mehrwert, der unsere moderne Informationsgesellschaft ausmacht. 


Herr Süß, vielen Dank für das Gespräch. 

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